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Ideen und Impulse zur Unterrichtsgestaltung

Oktober 2026

Lernplattformen sinnvoll nutzen – Schluss mit dem PDF-Friedhof!

Eine Lernplattform kann viel mehr sein als ein digitaler Aktenschrank, in dem die Lehrkraft digitalisierte Arbeitsblätter, Auszüge aus Lehrbüchern oder Links zu Webseiten ablegt, die die Schüler:innen dann konsumieren sollen. Sie kann individuelle Lernpfade strukturieren und dabei Lernprozesse sichtbar machen, Interaktion und Kommunikation fördern, Feedback ermöglichen und dabei vor allem Lernende ins aktive Tun bringen. Entscheidend ist nicht, wie viele Materialien hochgeladen werden, sondern was Lernende damit tun, d.h. welche Aktivitäten dazu angeboten werden.

Hinweis vorweg: Die folgenden Beispiele sind exemplarisch zu verstehen und müssen selbstverständlich mit Bezug auf die individuellen Gegebenheiten modifiziert werden.

Beispiel 1: Einen Flipped Classroom gestalten

Bereits im Anfangsunterricht einer Fremdsprache können inhaltlich geschlossene Einheiten als Selbstlernlektionen angelegt werden vorausgesetzt die Informationen sind so aufbereitet, dass die Schüler:innen sie ohne zusätzliche Instruktionen und Erläuterungen verstehen können.
Besonders dienlich sind hier gestaffelte Inputs, wie sie z.B. auf Moodle in einer sogenannten Lektion angelegt werden können. Ein LMS ist geeignet, da hier - im Gegensatz zu digitalen Pinnwänden z.B. - Inhalte erst nach und nach freigeschaltet werden können.
Beispiel: Lernbaum zu Altersangaben im Spanischen






Generell eignet sich die folgende Struktur:


Generell eignet sich die folgende Grundstruktur:

  1. Problemstellung zu Beginn
  2. Anleitung zur Lösung + konkrete Aufgabe
  3. Lösung zur Selbstkontrolle
  4. Vertiefung durch Zusatzinfos + konkrete Aufgabe
  5. Übungsaufgaben/Test

Im Unterricht (oder zu Hause) erhalten die Schüler:innen definierte Zeitslots zur Bearbeitung. Sie werden unterschiedlich schnell arbeiten, sodass die Kunst der Zusammenführung darin liegt, den Lernenden Austauschmöglichkeiten (im Plenum, in Kleingruppen) zu bieten, egal, an welcher Stelle sie die Lektion beendet haben. Beim obigen Beispiel bietet es sich an, durch reihum Zählen herauszufinden, wo die Schüler:innen stehen geblieben sind bzw. wo es noch Probleme gibt (die dann im Plenum geklärt werden - Achtung: Nicht die gleichen Inhalte wie in der Lektion im Plenum besprechen, sondern lediglich Hilfestellungen anbieten - sonst wird der Flipped Classroom ad absurdum geführt!)

Beispiel 2: Austausch- und Feedbackformate gestalten

Gemeinsamer Austausch muss nicht zwangsläufig synchron und im Plenum erfolgen. Digitale Medien bieten die Möglichkeit, auch zeitversetzt und individuell zu arbeiten, ohne das gemeinsame Ziel aus den Augen zu verlieren.
Bewährt für derartige Verfahren haben sich digitale Pinnwände, auf die die Lehrkraft sowie alle Schüler:innen Zugriff haben.
Beispiel: Uploads und Feedback auf taskcards

Generell eignet sich folgendes Procedere:

  1. Upload von Arbeitsergebnissen (z.B. Texte, Podcasts, etc.) durch die Schüler:innen
  2. Arbeitsphase zur individuellen Begutachtung (auch, wenn noch nicht alle Artefakte hochgeladen sind, können Schüler:innen, die bereits fertig sind, mit der Begutachtung beginnen)
  3. Formulieren von individuellem Feedback (symbolisch - z.B. Daumen hoch/runter, Sternewertung und verbal - als schriftlicher Kommentar unter dem jeweiligen Produkt auf der Pinnwand)
  4. Rezension des Feedbacks -> Erstellen von Kommentarschleifen/ schriftliche Diskussion auf der Pinnwand
  5. Sichten des Feedbacks (und ggf. einzelner Produkte) im Plenum

All diese Prozesse finden im Unterricht statt, d.h. die Lernenden haben die Möglichkeit, in individuellem Tempo zu arbeiten. Die Sichtungsrunde zum Schluss kann zu jedem beliebigen Zeitpunkt stattfinden: Wenn nur wenig Feedback formuliert wurde, kann man von den symbolischen Wertungen ausgehen, Feedback formulieren und bei der Verschriftlichung Hilfestellung geben (Tipp: Im Anschluss tatsächlich noch schreiben lassen auf der Pinnwand). Wenn viel Feedback formuliert wurde, dieses aber nur oberflächlich ist, können konkrete Kriterien im Plenum besprochen und anschließend realisiert werden (Tipp: eine gemeinsame Kriterienliste für „gutes“ Feedback entwickeln - z.B. mit Hilfe der WWW-Regel (Wahrnehmung - Wirkung - Wunsch)). Wenn sehr viele Beiträge geschrieben wurden, die das Feedbackgespräch im Plenum sprengen würden, bietet es sich an, im Vorfeld einzelne Beiträge herauszupicken und davon ausgehend über die Produkte ins Gespräch zu kommen (Tipp: Stärkere Schüler:innen können die Moderation übernehmen und so ihre Überblicks- und Reflexionsskills trainieren).

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