sprachdidaktik-sobel 
Ideen und Impulse zur Unterrichtsgestaltung

Juli 2026

Drei Wortschatzbooster-Spielideen

Sprachen lernen kann mehr sein als Vokabeln pauken und Grammatik üben – nämlich spielerisch, motivierend und überraschend effektiv! Gerade kurz vor den Ferien bieten Sprachlernspiele eine ideale Möglichkeit zur positiven Rekapitulation: Gelerntes wird wiederholt, gefestigt und ganz nebenbei aktiviert – ohne Prüfungsdruck, aber mit viel Spaß. Ob Rollenspiel, Quiz oder Team-Challenge: Die Fremdsprache wird zum Erlebnis, das die Lernenden noch einmal gemeinsam aufgreifen und anwenden können. Perfekt für einen motivierenden Abschluss des Schuljahres, der im Gedächtnis bleibt.

Wortketten

  • Niveau: alle
  • Spieler:innen: 2
  • Material: ein kariertes Blatt und ein Stift pro Spieler:in
  • Vorbereitung: Zeichnen eines 10x10cm großen Quadrats auf dem Blatt
  • Durchführung:
  1. Spieler:in A beginnt und schreibt waagerecht ein beliebiges Wort in die erste Zeile ganz links, wobei ein Buchstabe pro Kästchen gesetzt wird.
  2. Spieler:in B setzt ein beliebiges Wort, das mit einem der Buchstaben des ersten Wortes beginnt senkrecht an (wieder ein Buchstabe pro Kästchen).
  3. Spieler:in A ergänzt nun wieder ein waagerecht geschriebenes Wort, das mit dem Wort von Spieler:in B kreuzt. Obacht: Es darf nicht direkt in die zweite Zeile gesetzt werden, da sich sonst Nonsenswörter senkrecht ergeben würden. Immer eine Zeile frei lassen. Dies gilt auch für die im Folgenden angelegten Wörter.
  4. Das Spiel endet, wenn ein:e Spieler:in mit seinem:ihrem Wort im Kästchen rechts unten ankommt.
  • Variante: Das Spiel kann als Wettstreit mit anderen Teams (auf Zeit) durchgeführt werden. Wer gelangt zuerst ans Ziel?

Kreatives Schreiben mit Schüler:innennamen

  • Niveau: A2 aufwärts
  • Spieler:innen: beliebig
  • Materiel: Schreibgeräte und Papier
  • Vorbereitung: Namensliste der Klasse zur Verfügung stellen
  1. Durchführung:
  2. Aufgabe ist es, eine fortlaufende Geschichte zu schreiben. Um die Ideenfindung zu erleichtern, können Genre, Überschrift oder der erste Satz vorgegeben werden.
  3. Der Clou ist, dass die Schüler:innennamen (Vor- oder Nachname) eingearbeitet werden sollen. Beispiel: Florian Wirtz, Jonathan Tah, Leroy Sané -> Eines Tages präsentierte der erfolgreiche WIRTZ eine neue Kreation: „TAH terada! Brokkoli mit SANÉ!“ Die Namen können als solche für Charaktere benutzt werden (z.B. „Es war einmal ein Junge namens JONATHAN.“), als ähnlich klingende Substantive (s. Wirt - WIRTZ, Sahne - SANÉ), als Verb (ggf. mit entsprechender Endung (z.B. „Er WIRTZe am Theaterstück mit.“), als angepasstes Adjektiv (z.B. „Das war gar nicht WIRTZig!“)  oder als Interjektion (s. „TAH terada!“). Dabei kann der Name an die Regeln der jeweiligen Zielsprache angepasst werden oder es kann nach deutschen Strukturen gearbeitet werden.
  4. Zum Schluss sollten alle Texte vorgetragen und die lustigsten/ längsten/ spannensten/ etc. Geschichten gekürt werden.

  • Variante: Die Schüler:innen schreiben jeweils nur einen Satz und geben das Papier dann an die nächste Person weiter, die die Geschichte fortführt, usw.

Geschichten mit Schreibimpulsen

  • Niveau: B1 aufwärts
  • Spieler:innen: beliebig
  • Material: Schreibgeräte und Papier, Stoppuhr
  • Vorbereitung: keine
  • Durchführung:

  1. Ausgangspunkt der Geschichten ist jeweils ein Satz aus einem Werk. Hierzu kann eine gelesene Lektüre an beliebiger Stelle aufgeschlagen und zitiert werden.
  2. Jede:r schreibt den Satz auf ein Blatt Papier.
  3. Schüler:in A verändert nun durch Austausch von mindestens zwei bestehenden Wörtern aus dem Satz den Kontext.
  4. Anschließend wird das Papier an Schüler:in B weitergereicht. Diese:r schreibt binnen einer vorher festgelegten Zeit (z.B. 1 Minute) eine Fortsetzung. Die Lehrkraft stoppt die zeit.
  5. Nach Ablauf der Zeit wird das Papier weitergegeben, die nächste Schreibzeit dauert eine Minute länger, usw.
  6. An beliebiger Stelle (i.d.R. wenn die Lernenden die Routine des Weitergebens und -schreibens verstanden haben und praktizieren) gibt die Lehrkraft einen Impuls, der eingearbeitet werden soll. Bewährt haben sich: Wechsel des Genre, Einführung einer weiteren person, Änderung des Setting, Integration eines bestimmten zufälligen Wortes).
  7. Nachdem 4-5 Schüler:Innen die Geschichten weitergeführt haben, wird der letzte Impuls, nämlich einen Schluss zu schreiben, gegeben.
  8. Zum Schluss werden alle Geschichten reihum vorgelesen und die lustigste/ interessanteste/ langweiligste/ etc. prämiert.

  • Variante: Anstatt die Geschichten vorzulesen können sie ausgelegt und mit anonymem Feedback versehen werden. Dazu können die Schüler:innen entweder Klebepunkte verteilen und/ oder kleine Kommentare anfügen. Ggf. können im Vorfeld Bewertungskategorien vereinbart werden, z.B. logische Struktur, Sprache, Ideenvielfalt, etc.

Für mehr Ideen:




Englisch




Französisch

 



Spanisch

Infos
LinkedIn